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Willkommen zur heutigen Blauris Ausgabe.

Fußballer in den großen europäischen Ligen verdienen Millionen.
Gleichzeitig werden sie überfallen, ausgeraubt und müssen hinter Mauern und Security leben.

Das ist kein Zufall.
Das ist Fußball hinter Gittern.

„Du weißt, dass du als Fußballer ein Ziel bist.“

— Valentin Rongier, ehemaliger Spieler von Olympique Marseille
DER BLICK DAHINTER

Wenn selbst die Stars nicht mehr sicher sind

In Frankreich ist das Muster am klarsten.
Nach großen Siegen von Paris Saint-Germain kommt es immer wieder zu schweren Ausschreitungen. Brennende Autos, Angriffe auf die Polizei, Plünderungen. Gleichzeitig werden Spieler und ihre Familien Ziel von Einbrüchen und Überfällen.

In Marseille ist die Situation besonders krass. Seit 2011 wurden mindestens elf Spieler von Olympique Marseille Opfer von Home Jackings. Darunter Dimitri Payet, Florian Thauvin und Vitorino Hilton. Valentin Rongier hat öffentlich gesagt, dass man als Spieler in der Stadt ständig aufpassen muss: keinen Namen am Briefkasten, nicht auffällig rausgehen, immer im Hinterkopf behalten, dass man ein Ziel ist.

2024 wurden drei Marseille Spieler (Faris Moumbagna, Jean Onana und Bamo Meïté) nach einem Spiel von bewaffneten Tätern angegriffen. Auf ihre Autos wurde geschossen. Einschusslöcher in Türen und Kofferraum. Die Spieler konnten entkommen.

Auch in Paris selbst gibt es harte Fälle. Der PSG Torwart Alexandre Letellier wurde mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern in der eigenen Wohnung überfallen und bedroht.

In England sieht es ähnlich aus.

2019 wurden Mesut Özil und Sead Kolasinac in London von zwei bewaffneten Männern auf Mopeds überfallen. Die Täter wollten ihre Uhren. Kolasinac ist aus dem Auto gestiegen und hat die Angreifer mit bloßen Händen bekämpft. Die Spieler wurden danach noch verfolgt. Quelle: bbc vom 24. August 2022

Weitere prominente Opfer von Einbrüchen und Überfällen: Jack Grealish, Raheem Sterling (mehrfach), Ruben Dias, Moisés Caicedo und Alexander Isak. Oft passieren die Taten, während die Spieler im Stadion sind.

Die Frau von Ángel Di María hat das Leben in Manchester öffentlich als „horrible“ beschrieben. Sie fühlte sich nicht sicher. Das Haus der Familie wurde während seiner Zeit bei Manchester United Ziel eines Einbruchs. Quelle: manchester evening news vom 6. November 2019

Kaum ein Spieler und kaum eine Spielerfrau spricht das offen aus. Der öffentliche Druck ist zu hoch. Wer die realen Ursachen benennt, riskiert sofort den Vorwurf des Rassismus. Deshalb bleibt das Thema in der Öffentlichkeit meist unangetastet.

Das ist kein Einzelfall.

In den Banlieues und problematischen Vorstädten vieler großer Städte haben sich parallelgesellschaftliche Strukturen und gewaltbereite Jugendmilieus mit meist nordafrikanischem Hintergrund festgesetzt. Genau aus diesen Strukturen kommen immer wieder die Täter, die gezielt die Villen und Autos der Stars ansteuern.

Wohlhabende und bekannte Personen waren schon immer einem gewissen Risiko ausgesetzt. Das ist nichts Neues. Neu ist das Ausmaß und die Regelmäßigkeit, mit der selbst die bestbezahlten Spieler Europas hinter Security und Mauern leben müssen.

Wenn selbst Fußball Millionäre hinter Gittern und Bodyguards leben, sagt das mehr über den Zustand eines Landes aus als jede Pressemitteilung.

Was das konkret bedeutet

Für die Spieler: Millionen auf dem Konto und trotzdem kein normales, sicheres Leben.
Für ihre Familien: ständige Absicherung, Rückzug, Angst.
Für die Gesellschaft: Ein stilles Eingeständnis, dass öffentliche Ordnung in Teilen der großen Städte nicht mehr selbstverständlich ist.

Viele dieser Spieler kommen aus Ländern oder Vierteln, in denen Gewalt zum Alltag gehört. Für sie kann Europa immer noch besser wirken als das, was sie früher kannten.
Genau das macht den Punkt so klar: Frankreich und England galten über Jahrzehnte als besonders sichere und attraktive Orte. Dass selbst die Privilegiertesten hier mittlerweile hinter Mauern leben, zeigt den realen Verlust an Sicherheit.

Es geht nicht nur um reiche Fußballer.
Es geht darum, was es über ein Land aussagt, wenn die Erfolgreichsten sich absichern und zurückziehen müssen.

Und Deutschland?

Bei uns in ist die Lage noch nicht auf dem Niveau von Frankreich oder England.
Aber die ersten Risse sind sichtbar. Einbrüche bei Spielern und Drohungen nehmen zu. Die demografischen Veränderungen in den Ballungsräumen laufen in die gleiche Richtung.

Wer glaubt, dass Deutschland dauerhaft eine Ausnahme bleibt, unterschätzt die Dynamik. Die Muster sind erkennbar. Die Frage ist nur, wie weit wir es noch kommen lassen.

Eine bessere Frage

Anstatt nur über einzelne Überfälle zu sprechen, lohnt sich eine klarere Frage:
Wie viele solcher Fälle braucht es noch, bevor aus den „Einzelfällen“ ein anerkanntes Muster wird?

Die Antwort darauf entscheidet, ob wir weiter wegschauen oder endlich ehrlich hinschauen.

Das Spiel geht weiter. Die Sicherheit nicht.

Reichtum schützt nicht vor allem.

Ein kurzer Realitätscheck

Frag dich ehrlich:
Wenn selbst Fußball Millionäre in diesen Städten nicht mehr sicher sind… wie sicher sind dann normale Menschen?

Fußball hinter Gittern.
Das Spiel geht weiter. Die Realität auch.

BLAURIS

Bis nächste Woche.

Danke, dass du heute dabei warst.
Die nächste Blauris Ausgabe erscheint nächsten Sonntag um 9 Uhr.

Bleib klar.
Bleib wach.

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